Das Problem mit dem Bilderhaufen | 13.11.2008 |
Fotografieren ist nur die Hälfte der Arbeit. Nachdem man die Bilder auf der Karte hat, müssen diese auf den Computer gezogen, einsortiert, gesichtet und bearbeitet werden. Gerade die letzten beiden Schritte machen mir aber in letzter Zeit zunehmens Probleme. Was bleibt, ist ein großer Bilderhaufen.
Ich habe in den letzten Monaten relativ wenig fotografiert. Da sollte man eigentlich meinen, dass das der Grund dafür ist, dass ich seit noch viel längerer Zeit keine Fotos mehr ins Netz gestellt habe – ein Trugschluss. Auf meiner Festplatt liegt ein Haufen Fotos, die ich über die letzten zwei Jahre verteilt geschossen habe und bis zum heutigen Tag nicht einmal gesichtet habe.
Warum? Das frage ich mich auch. Ich weiß sogar, dass einige der Fotos was geworden sind. Trotzdem setzen diese Fotos langsam digitalen Datenstaub an - eine Schande ist das eigentlich. Ich vermute, dass ich hier Opfer meiner Trägheit bin und einfach nur mal meinen Allerwertesten hochkriegen muss. Das ist allerdings verblüffend schwer. Ich habe jetzt damit begonnen, die Fotos meines letzten Ausflugs zum Tagebau Garzweiler 2, systematischer zu sortieren, als ich das bisher gemacht habe.
Stichwort Motivation
Meine Hoffnung ist, dass mit einer besseren Organisation der Fotos auch eine größerer Motivation einhergeht diese Bilder auch durchzugucken und zu bearbeiten. Allerdings ist der Ausflug jetzt auch schon wieder beinahe eine Woche her. Ich habe nur einmal kurz über die Bilder geguckt und eine grobe Sortierung nach brauchbar und weniger brauchbar vorgenommen.
Natürlich wächst der Schweinehund mit jedem weiteren Foto. Ein Problem, was durch die inflationäre Knippserei, die mit der digitalen Fotografie einhergeht, nicht gerade besser wird. Es wäre vermutlich das beste immer gleich nach einer Fotosession die Bilder zu sichten und zu bearbeiten, aber das ist leichter gesagt als getan.
Hat da irgendwer einen Tipp für einen funktionierenden Workflow oder sowas? Ich wäre dankbar. :/
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Von deinem Screenshot vermutet ich, dass du die Bilder in Ordnern sortierst? Ich glaube, dann würde ich auch nie eine Ordnung in meine Bilder rein kriegen...
Ich benutze Aperture - ein Programm von Apple, dass sich eigentlich an professionelle Fotografen richtet aber auch für vielfotografierende Nicht-Profis wirklich gut geeignet ist.
Wenn ich neue Fotos gemacht habe, schließe ich die Karte an, importiere die Bilder in Aperture und schaue dann alle Bilder durch (was relativ schnell geht, wenn man jedes Mal einfach nur eine Taste drücken muss). Beim durchschauen vergebe ich oft direkt (manchmal auch erst beim zweiten durschauen) Wertungen für die Bilder - von abgelehnt bis 5 Sterne - das geht bei Aperture mit einem Tastenklick. Dadurch weiß ich dann schonmal welche Bilder mir wirklich gefallen, von denen, die ich gemacht habe. Danach lege ich ein "intelligentes Album" in dem Projekt in Aperture an, in dem ich mir nur die Bilder mit 3 oder mehr (bzw manchmal 4 oder mehr) Sternen anzeigen lasse. Das sind dann die Bilder, die ich in erster Linie bearbeite, weil das auch die Bilder sind, die ich am ehesten jemanden zeigen werde.
Ich hoffe der Einblick in meinen Workflow hilft dir ein bisschen weiter :)
Von deinem Screenshot vermutet ich, dass du die Bilder in Ordnern sortierst? Ich glaube, dann würde ich auch nie eine Ordnung in meine Bilder rein kriegen...
Bisher hab ich das so gemacht, es hat auch ganz gut funktioniert. Trotzdem habe ich jetzt auch angefangen das alles von Lightroom zu machen. Soweit einsortiert und grob bewertet sind die Bilder meiner letzten Tour jetzt auch. Das größere Problem ist es wirklich mich an die finale Bildauswahl und Nachbearbeitung zu setzen. Aber da hilft wohl nur gleich dran und nicht aufschieben.
Bei mir läuft das so ab: Rückkehr vom Shooting, importieren in Lightroom, Vorauswahl: Alles was technisch Schrott ist und auch garantiert nicht mit Andreas Feininger schön zu reden, wird gleich aussortiert und geshreddert. Am nächsten Tag mache ich mich dann an die Feinauswahl und ggf. Bearbeitung, aber dann habe ich etwas Abstand von den Bildern und in der Regel fahre ich gut damit. Sollte mir allerdings bei der Vorauswahl bei dem einen oder anderen Bild schon konkret ein gewünschtes Ergebnis im Geiste herumspuken, dann mache ich mir in LR Bearbeitungsnotizen dazu.
Der Abstand zu den Bildern ist ein interessanter Punkt. Ich habe oft das Gefühl, mir bei der Bildauswahl und Bearbeitungsrichtung sehr unschlüssig zu sein, wenn ich das kurz nach dem Fotografieren mache. Ein paar Tage später ist es dann oft schon gar keine Frage mehr, welches das besser Bild ist z.B..
Dank für den Tipp mit der Bearbeitungsnotiz.
Wenn ich so einen Ordner wie du (s.o.) hätte, müsst ich mich auch überwinden da dran zu gehen. Ich sortiere alles von vorne herein ein wenig.
Was mir beim Sortieren und wiederfinden hilft ist die Art wie Ordner angezeigt werden. Ich lasse die Fotoordner so anzeigen, dass 4 der enthaltenen Fotos auf dem Ordner zu sehen sind. Dann weiß ich meist sofort was in dem Ordner drin ist.
Ich lasse die Fotos nicht mit einer Software importieren sondern schneide sie aus dem Speicher der Kamera aus und lade sie dann gleich in einen Ordner ab, der von mir eine aussagekräftige Bezeichnung bekommen hat. Das kann durchaus sein, dass ich von einem Ausflug nicht nur einen Ordner mache.






Also ich mach es meist wirklich so, vom Shooting zurück und Bilder gleich auf den Mac,
ins Lightroom gezogen, Ordner bekommen gleich noch das aktuelle Datum vorne dran....
Wenn noch Zeit ist die unbrauchbaren gleich rausgeworfen..
Nachbearbeitet und genauer Sortiert wird dann ein ander mal, aber so ist wenigstens Ordnung drin. ;)
Gruß Ben